Death Valley (Offtrail)

Wie bereits geschrieben machen wir aktuell eine vermutlich zwei wöchige Pause vom Wandern, um dem Schnee in den Sierras etwas Zeit zum Schmelzen zu geben.

Gestern holten wir uns morgens einen kleinen Mietwagen und starteten mit dem Besuch einer Wildpferde- und Eselfarm. 

Klein aber fein, mit allen Extras inklusive

Die Populationen werden durch einfangen, zähmen und Adoptionen auf einem naturverträglichen Level gehalten. Zu große Herden verdrängen einheimische Wildtiere und schaden dem Ökosystem. Und so kommt es, dass alleine diese Farm bei Ridgecrest bis zu 1000 Tiere hat. Für ca. 180 $ kann man ein Pferd adoptieren. Krass, oder? 

Neugierige Blicke

Wir schauten kurz vorbei und streichelten die zutraulichen Esel (sie wissen dass Touristen oft Futter bringen). 

Auch viele Jungtiere waren dabei

Danach fuhren wir ca. 1 h in die Berge nach Kennedy Meadows, einem verschlafenen Bergdorf in dessen Laden einige unserer Pakete warteten (Eisäxte, Bärenkanister und Essen). Ein Gespräch mit dem Ladenbesitzer bestärkte uns darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: er sagte, dass seines Wissens nach bisher nur ca. 20 Hiker weiter in die Sierra sind und noch keiner über den Forrester-Pass ist. Eine musste schon ausgeflogen werden wegen Schneeblindheit und Unterkühlung. 
Anschließend machten wir uns auf in Richtung Death Valley. Wir hatten vorher im Besucherzentrum eine Karte erhalten, aber irgendwie nicht realisiert wie groß der Nationalpark ist, nämlich nur etwas kleiner als Schleswig Holstein. Mit seinen 13000 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark im den USA (ohne Alaska). Dementsprechend lange fuhren wir durch endlos erscheinende Täler mit schnurgeraden Straßen und über Bergketten, die aussahen wie aus einer Autowerbung. 

Tolle Abendstimmung

Natürlich immer im klimatisierten KFZ. Entsprechend hart traf uns die Hitze beim ersten Stop. Das Death Valley ist offiziell der heißeste Ort der Welt! Vor hundert Jahren wurden hier 57 Grad Celsius im Schatten gemessen. 

Trocken und heiss

An 40 Tagen hintereinander waren es immer über 49 Grad. Es ist auch der trockenste Ort mit durchschnittlich gerade mal ca. 5 cm Niederschlag im Jahr. Trotzdem hat sich eine erstaunliche Flora und Fauna an die Bedingungen angepasst. 
Wir bezahlten unsere Eintrittsgebühr (hier so üblich) und waren am Ende des Tages auf einem Campingplatz, wo wir unser Zelt aufbauten. Diesesmal mit dem Luxus einer gekühlten Styroporbox und Stauraum im Auto. Die Nacht war unheimlich heiß! 

Schon am morgen um 8:30 Uhr waren es wieder 31 Grad. Aber im Auto lässt sich das Aushalten. Wir steuerten einige Aussichtspunkte an, fuhren tolle Bergstraßen 

Das Tal wird gesäumt und unterteilt von vielen bizarren Hügelketten

und besichtigten den tiefsten Punkt Nordamerikas,  das Badwater-Bassin. Eine versalzte Ebene die 85,5 m unterhalb des Meeresspiegels liegt. 

Am tiefsten Punkt Nordamerikas
Und von oben gesehen…

Gegen Mittag waren wir noch in Rhyolite, einer ehemaligen Goldgräberstadt, die über einige Jahre Anfang des 20. Jahrhundert 10000 Einwohner hatte, aber nach kurzer Zeit, nach dem Ende des Goldrausches zur Geisterstadt wurde. Dadurch,  dass fast alle Häuser aus Holz waren, sieht man heute erschreckend wenig von der Stadt. Lediglich einige Ruinen und Unmengen von Metallschrott. Die umgebenden Berge sind durchlöchert wie ein schweizer Käse. Von unten sieht man vor allem die Abraumhalden, die verraten wo die Minen sind. In eine musste Stephan natürlich einsteigen, auch wenn dies eigentlich verboten ist. Ein gerader Gang führte 50 m in den Berg. Nach einer Einsturzstelle wäre es noch weiter gegangen, aber man muss ja nicht zuviel riskieren. Zumal die Höhlen mittlerweile von Fledermäusen und Schlangen als Rückzugsorte genutzt werden. 

Überall gibt es solche Minen oder Schächte

Im Death Valley wurden verschiedene Metalle, aber vor allem auch Borax abgebaut. Überall findet man noch Spuren davon und alte Maschinen und Werkzeuge. 

Stephan sucht Minen

Wir verließen das Death Valley und machten uns auf zu unserem nächsten Ziel: Las Vegas! Da wir unser Hotel erst für Sonntag gebucht hatten, suchten wir uns einen schönen Campingplatz am Lake Mead. Der See wird vom weltbekannten Hooverdamm gestaut und versorgt große Teile Nevadas, Arizonas und Kaliforniens mit Wasser und Energie. Durch die Dürre der letzten Jahre liegt das Niveau mittlerweile 30 m tiefer.Vielleicht bringt die einsetzenden Schneeschmelze in den Rockymountains etwas mehr Wasser jetzt.
Morgen werden wir uns dann den Hooverdamm anschauen und überlegen, ob wir direkt noch zum Grand Canyon fahren, oder das von Vegas aus machen. Wenn wir Glück beim Zocken haben, leisten wir uns vielleicht auch einen Hubschrauberflug 😉

7 Gedanken zu „Death Valley (Offtrail)&8220;

  1. Schöne Bilder und ein mitreißender Text aber die Hitze wäre gar nichts fürs mich. Wünsche euch weiterhin eine schöne Zeit und gute Erholung mit dem Auto ?

  2. WOW!!!
    PS: Das TShirt was du geschickt hast, ist TOP! Da würd ich mich tatsächlich nicht mehr gegen Dienstkleidung wehren 🙂

  3. Death Valley klingt ja auch nicht sehr einladend. Gottseidank durchquert ihr die Gegend mit dem Auto und nicht zu Fuß. Auf den Bildern sieht das Land so weit aber auch sehr einsam aus. Viel Spaß in Las Vegas.

  4. habt vielen dank für die schönen bilder und kommentare eurer mammut-tour. ein glück habt ihr klima in dem auto ansonsten würde man bei dieser hitze nicht nur einen sonnenstich, sondern gleich einen hitzschlag bekommen. auf jeden fall wünsche ich euch noch eine schöne zeit und freu mich auf weitere berichterstattung…. ?

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