Die ersten 4 Tage

Die ersten Tage sind geschafft – nach 77 Meilen – gut 125 km – gönnen wir uns in der kleinen Stadt Julian eine Übernachtung im Hotel. Die Kleinstadt wirkt wie eine Wildwestkulisse und ist voller Hiker. 

Einige bekannte Gesichter vom Trail haben wir schon wieder gesehen, frisch geduscht genießen wir den ersten Kaffee und sitzen in einem Restaurant auf der Terrasse und warten auf unser Essen. Die Stadt ist auf die PCT-Hiker eingestellt, während wir das frisch geduschte Gefühl genießen und aufs Essen warten, läuft die Waschmaschine mit unseren Klamotten direkt hier neben uns. Ein Restaurant mit Waschmaschine – bei uns in Deutschland nicht vorstellbar, hier völlig normal.  Um uns herum werden alle Sprachen der Welt gesprochen, am Nebentisch Dänisch. Wir haben in den ersten Tagen Menschen aus Deutschland (8!!!) kennengelernt, aus Frankreich, Belgien, Neuseeland, Holland, Finnland und natürlich viele US-Amerikaner aus allen Staaten. 
Am Samstag (8. April) morgens um 6 Uhr ging es los in San Diego von Frodo und Scout, ein pensioniertes Ehepaar, bei dem Hiker aus aller Welt übernachten und die letzten Vorbereitungen für das Abenteuer PCT treffen können. Jeden Morgen um 6 Uhr fahren sie die Hiker zum Startpunkt des Trails ca. 70 Meilen entfernt an der Grenze zu Mexiko. Mit uns starteten 15 weitere Hiker am Samstag. Nach obligatorischen Fotos am Grenzzaun (der sehr an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze erinnert), ging es dann zu Fuß los. Der Pulk zerstreute sich recht schnell, jeder hat sein eigenes Lauftempo. 

Die ersten Schritte. Jetzt ging es also los. Hatten wir an alles gedacht? Die Wüste lag vor uns. Die ersten Schritte gingen leicht und erstaunlich schnell fanden wir unseren Rhythmus beim Laufen. Dass dieses Jahr außergewöhnlich viel Regen gefallen war, lässt die Wüste aufblühen. Statt trockener verdörrter Wüste überall blühende Kakteen und Sträucher.
Auch hier in der Wüste ist Frühling. Ab Mittags kam sogar Regen auf – allerdings leicht und nur kurz. Das Laufen ging flott, gegen 16 Uhr waren wir schon bei dem eigentlich angedachten Zeltplatz bei Meile 15. Vor uns ein Anstieg über 5 weitere Meilen – aber mit der Aussicht, nach diesen 5 Meilen nicht nur den ersten richtigen Anstieg bezwungen zu haben, sondern auch einen Campingplatz mit Duschen, Toiletten und einem kleinen Laden vorzufinden. Natürlich sind wir weiter gegangen, und gegen 18:30 Uhr kamen wir oben an. Kurz angemeldet (am Campingplatz darf man nur bleiben wenn man sich anmeldet und 5 Euro pro Nase zahlt) und dann direkt zum Laden ca. 300 m weiter und erstmal ne eiskalte Cola und was zu essen! Am ersten Tag schon 20 Meilen geschafft! 
Direkt nach dem Essen sind wir dann todmüde ins Zelt zum Schlafen gefallen. Morgens wurden wir dann von Frost überrascht, die Wiese um uns herum und unser Zelt war voller Raureif. 

Den zweiten Tag gingen wir ruhig an, erst das Zelt trocknen, dann Kaffee im Laden und Start am Trail erst am Vormittag. Es ging weiter bergauf, der erste Tag steckte uns in den Knochen.  
Nach ca. 13 Meilen blieben wir an einem kleinen Bach gemeinsam mit ca. 10 weiteren Hikern aus aller Welt und aller Altersklassen an einem schönen Platz über Nacht und machten uns am nächsten Morgen auf weiter den Berg hoch zum Mount Laguna. Eine kleine Feriensiedlung. Auf dem Weg dorthin begegneten wir auch der ersten Klapperschlange – sie war erstaunlich gross, wich uns aber sofort aus. Es scheint also zu stimmen – wilde Tiere in der Wüste müssen wir nicht fürchten. Ansonsten sieht man hauptsächlich verschiedene Eidechsen und ab und zu ein Häschen. 

In Mount Laguna erwartete uns zu unserer großen Überraschung ein kleiner Laden mit Sportswear, der vollgestopft auf nicht mehr als 25 qm alles zu bieten hat was Hiker braucht. Ob Zelt, Schuhe oder Klamotten, alles da.  Stephan kaufte neue Schuhe (die ersten waren zu klein), und fortan – an diesem Tag gingen wir noch ca. 6 Meilen – schwebte er‚ wie auf Wolken. Nach dem Schuhkauf gönnten wir uns im örtlichen General Store noch ein Sandwich und einen Kaffee und gingen weiter bis zu einem Zeltplatz, wo wir zum ersten Mal ganz alleine waren. 

Am Morgen Nr. 4 gingen wir schon routiniert los – Zelt eingepackt, kurz gefrühstückt und ab. Bergab bei angenehmen Temperaturen liefen wir bergab und bergauf und schafften wieder gut 20 Meilen. 

Die Sonne macht uns trotzdem ganz schön zu schaffen. Die Sonnenschirme waren vermutlich bisher die beste Investition. Auch wenn es doof aussieht, aber es bringt echt viel,  man verbrennt nicht so schnell und behält nen kühlen Kopf.  Nur wenn der Wind zu stark bläst sind sie nicht zu gebrauchen. Gut eincremen muss man sich natürlich auch und immer wieder Pausen im Schatten machen. 

Auf einer sehr windigen Anhöhe trafen wir am Abend nicht nur auf Wasser, sondern auf ca. 10 weitere Hiker. Nur noch die Nacht und dann 9 Meilen bis zur ersten richtigen Stadt! Voller Vorfreude auf eine Dusche, Kaffee, kostenlosen Apfelkuchen für Thruhiker dort und eine Nacht im Hotel schliefen wir ein.

23 Gedanken zu „Die ersten 4 Tage&8220;

  1. Schön, das ihr die ersten Tage so toll gemeistert habt. Ihr schafft das und ihr werdet mit jedem Tag routinierter.
    Wir wandern in Gedanken mit euch.
    Passt auf euch auf. LG Susanne

  2. Toll. Mit Sicherheit sehr anstrengend aber auch interessant . Alleine die blühenden Kakteen in der Wüste. Oder dieser Bach, den ihr beschrieben habt. Kann man sich richtig vorstellen. Weiterhin viel Spaß an euch.

  3. Toller Bericht. Ihr seht richtig glücklich aus. Eigentlich beneide ich euch. Einfach nur frei von jeglichen Druck und Stress. Nur ihr zwei, tolle Leute und Natur.

  4. Hallo ihr beiden
    Hier habe ich ein leckeres Kochrezepte gefunden

    Klapperschlange auf Schwarzem Reis
    400 g Fleisch von der Klapperschlange
    etwas Salz und Pfeffer
    Garam masala
    2 EL Mehl
    etwas Zitronensaft
    125 g Reis (schwarzer Vollkornreis)
    Salzwasser
    etwas Parmesan
    etwas Butter
    2 EL Öl (Chilliöl)
    Gruß Vater

  5. Toller Bericht und man sieht euch die Freude an. Ein glückliches und zufriedenes Paar. Ich wünsche euch noch ganz vieler solcher Moment und kommt gesund wieder zurück..

  6. Ich wünsche euch viel Spaß,ich habe jetzt ein ein Neues Buch ( Block) 😉 angefangen Passt auf euch auf ok damit ich weiter Lesen Kann ok.Ganz liebe Grüße Rainer.:)

  7. Hallo ihr beiden
    Heute Karfreitag hat Jonny seinen ersten Stockfisch bekommen sowas gutes werdet Ihr nicht haben,
    Gruß Vater

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