Frankentour Tag 7 – das Ende

Die Nacht war trotz weichem Hotelbett alles andere als ruhig. Stephan ließ sich ab Mitternacht das Abendessen mehrfach nochmal durch den Kopf gehen. Keine Ahnung was es war, ich tippe auf den Saibling. Am Morgen versuchten wir erstmal das Frühstück und machten schon Pläne, wie wir zur Not hier mit dem Bus wegkommen würden. Aber erstaunlicherweise blieb das Essen drin, und so stand der letzten Etappe nichts mehr im Wege.

Wir starteten um 9:30 Uhr und der Weg führte uns zunächst wieder auf naturbelassenen Waldwegen bergauf Richtung Fleckl. Auch das ist ein kleiner Ort, der ehemals hauptsächlich Touristen beherbergte. Durch den größtenteils weggefallenen Wintersporttourismus sieht alles mittlerweile etwas trostlos aus. Die Pensionen und Gästehäuser haben ihre besten Zeiten lange hinter sich, nur vereinzelt wird noch investiert oder renoviert. Ein neues Standbein wird gerade der Radtourismus, und so gibt es mittlerweile speziell dafür ausgelegte Hotels und auch einen halsbrecherischen Bike-Parcours, neben dem wir den Berg hochliefen.

Das nächste Ziel war das Seehaus, eine normalerweise bewirtete Hütte – natürlich Montags Ruhetag. Aber da wir das schon ahnten, kehrten wir vorher an einem Rasthaus an der B303 ein. Das Seehaus war dann auch der höchste Punkt auf der Etappe, von nun an ging es größtenteils nur noch bergab, was oft anstrengender ist als bergauf zu laufen.

Das Seehaus – leider Montags Ruhetag
Der Ochsenkopf, einer der großen Berge des Fichtelgebirges

Über die Fichtelnaabquelle, Vordorf, Bibersbach und den Finkenstein schlängelte sich der Mittelweg – einer der größeren Wege im Fichtelgebirge – durch den Landkreis. Wir gaben regelmäßig Meldung über unseren Standort nach Hause, damit sich Mutter mit dem Abendessen richten konnte. 😉

Bei besserem Wetter können wir auch wieder lächeln
Sattes Grün soweit das Auge reicht
Die Fichtelnaabquelle

Endlich empfing uns die „Skyline“ von Höchstädt am Horizont. HEIMAT! Wir kommen!

Bei Stemmasgrün machten wir eine letzte kurze Pause und gaben Papa das Signal, dass er loslaufen kann.

Und so trafen wir uns an der Konradskapelle, einer vor 12 Jahren auf einem kleinen Hügel erbauten, alt anmutenden Kapelle. Unser Johnny freute sich wie Bolle, als er uns erkannte und loslaufen durfte. Was für ein schönes Gefühl angekommen zu sein. Der letzte gemeinsame Kilometer schmerzte zwar nochmal mehr in den Knochen und Muskeln, aber die Freude war trotzdem riesig.

Am Ende der Reise, zusammen mit Johnny vor der Konradskapelle
Unser Empfangsessen von Mama Berens: Fädlesuppe, Salat und eine Bratkartoffel-Leberkäspfanne, lecker!

Jetzt am Ende ist es Zeit eine Bilanz zu ziehen:

Wir beide haben in den letzten 2,5 Jahren nichts sportliches mehr gemacht. So fiel uns der Start besonders schwer. Gegen Ende schmerzten die Füße zwar noch besonders, aber wir hatten schon das Gefühl, dass wir langsam wieder fitter wurden. Auch die Anstiege im Fichtelgebirge liefen eigentlich erstaunlich gut, fast so als wenn noch etwas Restmuskulatur vom PCT übrig gewesen wäre.

Das Material erfüllte wieder seinen Zweck. Das meiste kannten wir ja schon vom PCT. Nur mit soviel Regen hatten wir nicht gerechnet. Die Regenjacken hatten wir geschätzt in dieser Woche genauso oft an, wie in dem halben Jahr auf dem PCT. Uns wurde nochmal bewusst, was für ein Glück wir mit dem Wetter am PCT hatten. Andere Hiker hatten ja von 10 Tagen Dauerregen in Washington erzählt, das ist verdammt hart!

Zum Weg:

Wir hatten die Route ja mit der Outdooractive-App erstellt. Diese hat Start- und Zielpunkt verbunden. Vermutlich hätte es auch immer wieder bessere Wege gegeben, aber so war es die kürzeste Verbindung. Das hatte aber auch zur Folge, dass vor allem in Mittelfranken viel Straße und Asphalt dabei war. Die Navigation mit Handy und GPS war mit App wieder denkbar einfach, kein Vergleich zum Mitschleppen von diversen Karten. Am Ende muss man sagen, dass Oberfranken ganz klar gewonnen hat, was die Beschaffenheit des Trails und die Landschaft betrifft. Sorry Mittelfranken, aber das ist so… Die Fränkische Schweiz war sehr reizvoll und hatte auch schöne Wege, aber ganz klarer Sieger ist für uns das Teilstück durchs Fichtelgebirge, und da vor allem der Bereich über die Berge. Was wir uns vermutlich ein nächstes mal sparen würden ist der Marsch durch eine größere Stadt. Bayreuth haben wir quasi einmal durchquert, und das zieht sich über viele Kilometer und Stunden.

Die Route

Dass man jeden Tag mehrfach durch Orte und Städte kommt war ungewohnt für uns. Die Versuchungen wie Bäcker und Einkehren sind groß, und so hatten wir eigentlich durchgängig zuviel Essen im Rucksack.

Erstaunlicherweise waren auf dem gesamten Weg kaum Wanderer unterwegs. Lediglich ein Paar mit großen Rucksäcken haben wir gesehen. Ab und an Radfahrer oder Spaziergänger, aber ansonsten war man fast alleine. Gerade in Coronazeiten und während der Pfingstferien hätten wir mit mehr „Verkehr“ gere

Alles in allem fanden wir beide es eine gelungene Tour und es hat uns motiviert, vielleicht demnächst ähnliche Touren in Deutschland zu machen.

Wir möchten uns am Ende bei allen Lesern des Blogs bedanken, dass ihr uns wieder virtuell begleitet habt. Und ein ganz besonderer Dank geht an Stephans Eltern, die sich wieder liebevoll um Johnny gekümmert haben!

Eure

Stephan und Irene

3 Gedanken zu „Frankentour Tag 7 – das Ende&8220;

  1. Super das ihr wieder heil zu Hause angekommen seid 👍💪. Ja war wieder schön dabei zu sein ohne mitgelaufen zu sein 🙂.

  2. So Ende Gut alles Gut aber ich muss sagen tolle Bilder und Super Panorama wenn man so in die Grüne Ferne schaut oder auf die Felder und Wälder ich mag sowas.Euch beiden alles Jute und wir Lesen und sehen uns.Gr.Rainer🤓👍

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