Grand Canyon und Las Vegas (Offtrail)

Unsere Trailpause führte uns nach dem Death Valley in Richtung Vegas.

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz am Lake Mead, dem Stausee der durch den Hooverdamm entstand. Am nächsten morgen fuhren wir dann auch zur Staumauer. 

Natürlich nur ein Mäuerchen als Sicherung

Seit eine Brücke knapp daneben gebaut wurde, ist am Damm wesentlich weniger Verkehr. Der Stausee ist immer noch ca. 30 m unter dem normalen Stand aufgrund der Dürre der letzten Jahre. Als der Damm fertiggestellt wurde, dauerte es sechs Jahre bis Lake Mead vollgelaufen war.

Die weißen Ränder am Ufer zeigen, wo das Wasser normalerweise stand

Der Hoover-Damm wurde in den 1930-er Jahren fertiggestellt und das sieht man auch. Mitten auf der Dammkrone sind z.B. Toiletten mit schweren goldenen Türen. Wirklich ein beeindruckendes Bauwerk!

Anschließend fuhren wir ca. 2 h zum südwestlichen Ende des Grand Canyons. Die kommerzielle Nutzung des Naturdenkmals obliegt dort einem ansässigen Indianerstamm. Und sie nutzen dieses Recht gut aus: schon um überhaupt mit den Shuttlebussen zum Canyon zu kommen muss man ca. 45 $ zahlen.  Der Skywalk kostet nochmal über 20 $ und kurze Hubschrauberflüge in und über den Canyon bekommt man ab 150 $. Da man hier vermutlich nur einmal hinkommt, haben wir uns tatsächlich den Flug gegönnt.

Unzählige dieser Helis fliegen die Touristen in und aus dem Canyon

War zwar kürzer als versprochen, aber alles in allem schon nett. Und auch der Blick in den Canyon von den verschiedenen Aussichtspunkten war spektakulär. 

Nach einigen Stunden machten wir uns an die Weiterfahrt. Über endlos gerade Highways kamen wir schließlich nach Las Vegas. Unser Hotel, das Circus Circus, lag am Strip, etwas außerhalb. 

Das Circus Circus bei Nacht

Es gehört schon zu den älteren der Großen und war deshalb etwas günstiger. Aber die Zimmerpreise sind eh sehr human in Vegas. Das liegt natürlich daran, dass die Leute ihr Geld in den Casinos lassen sollen. Die verschiedenen Hotels am Strip sind die eigentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt und fast immer einem Thema gewidmet, z.b. dem alten Rom, Ägypten oder Mittelalter.

Das Luxor – spannend : in den Ecken der Pyramide fahren die Aufzüge schräg hoch
Das New York New York – die Skyline ist ein Hotel
Das Bellagio – bekannt für seine Wasserspiele uns aus „Oceans Eleven“
Der Stratospherentower – Hotel und Aussichtsturm

Auch wenn sich die Fassaden unterscheiden, so sind sie im inneren dann doch alle gleich: Automaten, Geschäfte und Verpflegung soweit das Auge reicht. Die Hotels sind darauf ausgerichtet, dass die Gäste nicht vor die Tür müssen. Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad geht man eh ungerne vor die Tür. Wir haben uns den berühmten Las Vegas Boulevard  („The Strip“) trotzdem angeschaut und die verschiedenen Hotels besichtigt. In vielen laufen Showacts wie Bluemangroup oder Celine Dion. Abends kann man tolle Feuer- oder Wasserspiele vor den Hotels bestaunen. 
Zur Stadt: Vegas ist verrückt.  Und das meine ich wörtlich so. Die Stadt scheint nie zu schlafen, aber gerade abends kommen die ganzen Freaks raus. Selten habe ich so viele ausgeflippte,so viele gestrandete und vom Leben abgehängte gesehen. Stil oder Dresscode gibt es nicht, weder in den Hotels noch auf der Straße. Wir spielten abends gerne „Freak oder Prostituierte“. Oft schwer zu unterscheiden. Hunderte, meist junge Menschen, die einen ansprechen und irgendwas andrehen wollen (meist Tickets zu den Shows). Die Preise, sowohl in den Hotels als auch in der Innenstadt sind gesalzen: eine kleine Flasche Cola für 3,50 $, ein Essen für 20-30 $. Deshalb haben wir auch öfters im nahen McDonalds gegessen oder Kaffee gekauft, denn der war noch halbwegs günstig. 

In der M&M-World – die bunten Röhren sind randvoll mit den bekannten Schokolinsen

Ein bisschen Zocken musste natürlich auch sein, natürlich in Maßen. Leider ohne größeren Erfolg, so dass wir nach unserer Rückkehr weiter arbeiten werden müssen. 

Die Automaten sind alle recht ähnlich, unterscheiden sich aber in Alter oft erheblich. Vom alten „einarmigen Banditen“, den man noch mit 25 Cent-Stücken füttert, bis zum neuesten Videogestützten Automaten der die Scheine nur so verschlingt

Fazit zu Vegas: kurz gesehen haben muss man das mal, aber längeren Urlaub  (es waren viele Familien mit Kindern da) möchten wir auf keinen Fall hier machen. Meine Mutter hat ja große Angst,  dass wir in der Natur von Bären oder Schlangen getötet werden. Ich für meinen Teil fühlte mich in Vegas wesentlich unsicherer als auf dem Trail.

Am Mittwoch morgen setzten wir uns dann wieder in unser Auto und fuhren gen Westen, noch nicht wissend wo es uns die Tage genau hinverschlagen wird. Freitag müssen wir das Auto in San Francisco abgeben, bis dahin sind wir flexibel. Aber Außentemperaturen um die 40 Grad ziehen uns zur Küste, hoffend dass es dort angenehmer sein wird. 
Stephan 

7 Gedanken zu „Grand Canyon und Las Vegas (Offtrail)&8220;

  1. Toll was ihr erlebt und wieder super Bilder.
    Deinen Satz mit Vegas mal kurz aber kein längerer Urlaub kann ich nach vollziehen. Ginge mir genauso. Und gefährlicher wie in der Natur mit Sicherheit. Wünsche euch noch viel Spaß und freue mich auf euren nächsten Bericht. ❤️

  2. Liebe Nene, lieber Stefan,
    das Lesen Eurer Berichte ist ein grüßes Vergnügen.Ich freue mich ,daß Ihr so viel Schönes und Interessantes erlebt.
    Gut, daß Ihr dem Zockerparadies widerstanden habt! Weiterhin viel Freude und alles Gute! Mama

  3. Ist schon Toll was ihr alles da zu sehen bekommt und uns daran teil haben Last na dann mal weiter und Passt auf euch auf bis zum nächsten mal.Ick freu mir schon so.;)

  4. Hi, Ihr fleißigen Wanderer, oder wahrscheinlich sollte ich besser sagen, Truehiker,
    ich freue mich, dass Ihr mich auch mitnehmt auf Eure lange beindruckende Reise. Ich hinke zeitlich manchmal etwas hinterher(aber, Stephan, das kennst Du ja nicht anders von mir?). Jetzt erfeue ich mich durch Euch an alten Erinnerungen von vor ca 20 Jahren, als ich auf der gleichen Strecke unterwegs war, von Las Vegas bis San Francisco. Ach, waren das noch Zeiten!!! Genießt Eure „Wanderpause“, gönnt Euch mal etwas Luxus! Es freut mich , dass es Euch gut geht und ich verfolge Euch weiter unauffällig!
    Liebe Grüße aus Köln
    Die Dauergewellte

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