Quincy nach Chester

Ausgeruht und mit Frühstück in unserem Motel im Bauch ging es zurück auf den Trail. Aus einem geplanten Zerotag waren 3 geworden, da die Wettervorhersage Sturm angekündigt hatte. Einen Sturm in den Bergen wollten wir nicht riskieren. Wir nutzen die Tage, um uns mit Stefanie und Sebastian wieder zu treffen, die wir Mitte Mai das letzte Mal gesehen hatten. 

Auch Patrick aus Belgien, mit dem zusammen wir an der Grenze zu Mexiko gestartet waren, trafen wir zum ersten Mal seit dem ersten Tag wieder. Patrick hatte sich einige Tage zuvor auf dem Trail verletzt und nutzte die erzwungene Auszeit, selbst Trailangel zu sein. Mit dem Auto eines ortsansässigen Trailangel fuhr er uns nach Quincy. Danke Patrick! 

Ab Quincy ging es zunächst wieder einen Berg hoch – und natürlich erwartete uns oben dick Schnee. 

Hänge sind immer an anstrengensten

Das sind wir inzwischen aber ja gewöhnt, und so freuten wir uns auf den Abstieg am nächsten Morgen, der uns nach Belden führen würde. Belden ist, wie so viele Städte hier, eine ehemalige Goldminenstadt. Der Boom ist längst vorbei, Gold wird dort nicht mehr geschürft. Es gibt dort nicht mehr als ein paar Häuser und ein großes Hotel im Westernstil. Es gibt eine grosse Bar, in der wir uns ein Mittagessen gönnten, und danach ging es weiter. Natürlich mussten wir wieder bergauf, sogar mehr als 12 Meilen, um von 700 m wieder auf gut 2100 m zu kommen. 

Die Seen in den Bergen tauen langsam auf

Das Wetter wurde schlechter, es war kühl und Regen war angekündigt. Wegen des zu erwartenden Schnees oben auf dem Berg planten wir, den Aufstieg nur etwa zur Hälfte, um in der Nacht nicht von Eiseskälte und Schnee überrascht zu werden. 

Irene bei einer kleinen Pause 

Etwa eine Stunde vor Erreichen des angepeilten Zeltplatzes sahen wir dann zum zweiten Mal einen Schwarzbären. Direkt über uns am Hang, ca. 100 m entfernt, buddelte er im Hang nach Essbarem und nahm uns überhaupt nicht wahr. Er war überraschend hell und völlig vertieft, wie Johnny wenn er buddelt und hochkonzentriert ist. Bedrohlich wirkte er nicht, wir konnten ihn knipsen und ein kleines Video machen und bestaunten ihn fasziniert. 

Er ließ sich von uns nicht stören und buddelte fleißig. Dieses mal konnten wir auch fotografieren. 

Natürlich haben wir abends unser Essen sehr sicher aufgehängt, aber wir verbrachten eine ungestörte Nacht. Seither haben wir keinen weiteren Bären gesehen, aber das dürfte sich im Lassen Nationalpark ändern. 

Der nächste Tag brachte schlechtes Wetter und Schnee – hoch in den Bergen, eingehüllt in dichten Hochnebel, macht Wandern wenig Spaß… 

Irene kämpfte tapfer gegen das Wetter an

erst am späten Nachmittag klarte es auf und wir fanden sogar völlig überraschend einen weiteren Platz zum Zelten ohne Schnee! 

Unter den Regenjacken bleibt man zwar trocken, aber man schwitzt trotz kaltem Wetter

Auch unsere erste richtige Flussüberquerung durch einen Gebirgsbach, der uns bis an die Waden sprudelte, haben wir gemeistert (davor hatte Irene viel Muffensausen, war aber halb so wild). 

Der Fluss den wir überqueren mussten. Auf dem Foto sieht er gar nicht so wild aus

Die Landschaft wechselt immer noch alle paar Tage. Mal geht man über karge, vulkanisch geprägte Bergrücken, dann wieder durch dichte Pinienwälder.

Auf den Graten läuft es sich meist gut

Auf den Südhängen war der Schnee meistens schon weg, aber gerade die schattigen und bewaldete Nordhänge hatten noch reichlich davon. Seit Tagen prägt der Mount Lassen den Horizont. Der Vulkan ist ca. 3000 Meter hoch und Namensgeber des Lassen Nationalparks, den wir in den nächsten Tagen auf 20 Meilen durchqueren werden.

Der schneebedeckte Mount Lassen dominiert die Landschaft

Am nächsten Tag ging es mal durch Schnee, mal war der Trail schon schneefrei,

Je weiter man absteigt, umso wärmer wird es und der Wald gleicht den uns bekannten deutschen Wäldern

und nach einer weiteren Nacht am Berg und einem weiteren Gipfel kamen wir in der Stadt Chester an. Hier zelten wir hinter der Kirche (das bietet die örtliche Kirche für Hiker an) und futtern und duschen und waschen und erholen uns nun. Anscheinend wählen viele Hiker den Ort für den Wiedereinstieg: alleine heute haben wir ca. 20 von ihnen hier im Ort gesehen. Nach vielen Tagen alleine auf dem Trail scheint es jetzt wieder voller zu werden.

Angeblich hat Chuck Norris hier im Ort ein Ferienhaus – vielleicht gibt uns das ja Extra-Energie für die nächste Etappe 🙂

P.S.: irgendwie spinnt die WordPress-App bzgl. der Bildbeschriftungen. Hoffe es geht so.

6 Gedanken zu „Quincy nach Chester&8220;

  1. Wow, Dein Phantombild war dem Original doch ähnlicher als gedacht.
    Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder!
    Liebe Grüße

  2. wieder ein toller bericht mit super Fotos und einer wunderschönen Landschaft 😉
    weiterhin viel Spaß und passt auf euch auf 😉 lg

  3. Hallo ihr Zwei Tolle Fotos Supi geschrieben und der Bär ist mal Richtig Toll Spart das Malen 🙂 und Irene ist Cool macht weiter so und Kämpft euch weiter Tapfer durch und habt Spass und Aufpassen ok.Gr.Rainer.

  4. Ihr Lieben! Habe mir nach dem Telefonat mit Nene gleich den neuen Blog angeschaut und bin wieder ganz
    begeistert! Hoffentlich lassen Euch die Bären weiter in Ruhe und es geht so erfolgreich weiter Alles liebe! Mami

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