Snickers zum Frühstück 

Eines der größten und wichtigsten Themen für alle Hiker auf dem PCT ist ‚Essen und Trinken‘.

Trinken kann relativ einfach abgehandelt werden, denn man trinkt in erster Linie Wasser aus Quellen, Bächen, Flüssen und Seen. Dieses sollte man eigentlich filtern oder chemisch behandeln. Während vor ein paar Jahren noch unterschiedliche Pumpfilter diverser Marken im Einsatz waren, hat sich mittlerweile der Sawyer Squeeze bei der großen Mehrheit durchgesetzt. Er ist leicht, verhältnismäßig billig, wartungsarm und filtert in kurzer Zeit viel Wasser. Man kann die mitgelieferten Beutel benutzen,  oder einfach auf eine Einweg ‚Smartwater‘ (=eine Wassermarke) schrauben. Dann muss mann nur etwas drücken und das Wasser läuft.

Sawyer Squeeze auf einer 1,5 l Smartwater Flasche

Chemische Behandlung machen weniger. Es gibt Chlortabletten (z.b. Mikropur), die man in die Flasche gibt, oder aber Aquamira-Tropfen (in Deutschland heißen sie Aquaventure). Das sind zwei kleine Fläschchen (Zweikomponenten), deren Inhalt man zusammentropft und nach kurzer Mischzeit ins Wasser gibt. Wir benutzen diese öfter als den Filter, weil man damit grössere Mengen (z.b. 4-5 Liter) schneller entkeimt. Das Wasser  schmeckt nach unserem Empfinden auch nicht so chlorig wie bei Mikropur. Nachteil: ein Set kostet um die 15$ und reicht nur für 120 l.
Aquamira-Tropfen

Ganz selten – ich habe ihn nur einmal auf dem Trail gesehen – sieht man den Steri-Pen. Das ist ein Batteriebetriebener Leuchtstift, der durch UV-Licht Keime abtötet. Funktioniert anscheinend,  braucht aber eben Strom und ist etwas umständlich für unseren Geschmack.
Und last but not least: viele behandeln gar nicht. Auch wir haben, je nach Wasser, schon oft einfach getrunken. Man sollte das nicht neben einer Kuhwiese machen, und bei stehenden Gewässern auch nicht. Aber gerade in den Bergen und bei all dem Schmelzwasser sind die Bäche oft so klar und rein… Zum Vorfiltern, gerade wenn man Wasser aus einem stehenden Gewässer mit Schwebeteilchen holt, nehmen wir ein Halstuch vor die Flasche.

Am Ende bleibt es jedem selber überlassen, ob und wie er das Wasser behandelt. Abends schmeißen wir immer eine Brausetablette mit Vitaminen und Elektrolyten in eine Flasche. Das bringt etwas Abwechslung und hilft Mangelerscheinungen vorzubeugen. In den Städten wird dann natürlich alles andere getrunken. Cola, Saft, Kaffee, Bier oder sonstiges.

Mit dem Essen ist es nicht so einfach wie mit dem Trinken. Jeder Hiker hat seine eigenen Vorlieben und die Speisepläne unterscheiden sich oft stark. Generell muss man festhalten, dass fast alle auf dem Trail zu wenig Kalorien zu sich nehmen und oft – gerade am Anfang – deswegen abnehmen. 5, 10, 15 kg sind normal. Adipöse Hiker nehmen auch schon mal 30 kg ab. Der Körper braucht bei 10 – 14 h Wandern locker 4500 – 5000 Kalorien, das ist das Doppelte von einem Bürojob. Selbst wenn man soviel essen könnte, möchte man das nicht alles mitschleppen. Bei der Auswahl im Laden sucht man daher die Lebensmittel, die das größte „Kalorien zu Gewicht“-Verhältnis haben.

Morgens machen wir in der Regel ein Oatmeal-Frühstück. Um es geschmacklich und kalorientechnisch noch aufzuwerten,  rühren wir noch einen großen Löffel Nutella rein.

Oatmeal sind Schmelzhaferflocken mit Geschmack

Dazu gibt es für jeden eine Poptart (ein gefüllter Keks mit Zuckerguss).

Poptarts gibt’s in zig verschiedenen Geschmacksrichtungen

Wenn es besonders heiß wird, essen wir schon zum Frühstück Snickers, die schmelzen sonst unter Tage zu einem Brei zusammen. Während dem Laufen machen wir meist alle 45-60 min. Pause. Dabei essen wir immer einen Riegel. Also Müsli- oder Schokoriegel. Mittag gibt es dann eher was salziges: Cracker mit Salami oder Käse, oder auch mal Spam auf Cracker. Dazu noch ein paar Oreokekse und oder M&Ms mit Nüssen.

M&Ms mit Trailmix. Ohne die Schoko bekommen wir die Nüsse nicht runter

Nachmittags dann wieder die Pausenriegel. Abends kochen wir erst für jeden eine Packung Ramennudeln als Vorspeise.

Ramennudeln – in Deutschland heißen sie YumYum

Dann als Hauptgericht eine Packung Knorrnudeln oder -Reis, aufgepimpt mit ein paar Händen Nudeln und machmal einer Dose Thunfisch.
Thank God there’s Knorr

Alternativ eine Packung Kartoffelpüree. Und als Nachtisch gibt es eine Tüte Gummibärchen und/oder eine kleine Packung Chips. Und das ist zuwenig.
Manche haben auch eine kleine Flasche Olivenöl dabei. Das wiegt zwar etwas, hat aber auch ordentlich Kalorien. Wir hatten das auch eine Zeit lang, aber der Geschmack im Essen war uns zu dominant. Einige Wanderer kaufen auch häufiger die speziellen Hikermahlzeiten. Vorteil ist, dass sie ordentlich Kalorien haben und man keine Töpfe abspülen muss, da sie im Beutel zubereitet werden. Nachteil: nicht jede schmeckt, und mit 6-10$ sind sie auch relativ teuer. Wir versuchen dann – wie alle Hiker – in den Städten Kalorien ’nachzuholen‘. Dort trinkt man immer irgendwas Süsses, meist Cola oder Saft. Pizza, Burger, Asiatisch. Möglichst viel und möglichst oft. Das Problem ist, dass man nach dem ganzen Kram auf dem Trail eigentlich viel lieber mal Obst oder Rohkost essen würde, aber man will sich ja nicht den Appetit verderben.
Also auch wenn es toll klingt,  soviel essen zu können und dabei abzunehmen, ist das kein Spaß und harte Arbeit, vor allem das Schleppen 😉

Irene mit dem Essen für ca. 13 Tage. Für 5 tragen wir oft.

4 Gedanken zu „Snickers zum Frühstück &8220;

  1. Das Futter sieht nicht gerade Toll aus aber was soll mann machen irgend was braucht der Körper ja ich denke ihr seit Froh wenn ihr da Heim seit und euch dan mal den Bauch wieder nach Herzenslust voll schlagen könnt. 🙂 Also ich würde mich auf Sauerkraut mit Kartoffel Pürre und eine Haxe Freuen.;)

  2. Liebe Nene, lieber Stefan; das waren ja wieder zwei tolle Blogs! Hoffentlich geht es so gut weiter! Was ist mit Stefans Bein? Ich wünsche mir sehr, daß Ihr heil und gesund in Seattle ankommt, hoffentlich nicht als Striche in der Landschaft. Die Überweisung gebe ich heute zur Bank, das wird ja wohl klappen.
    Weiterhin viele schöne Erlebnisse und wenig Mücken o.ä.! .
    Alles Gute und ganz liebe Grüße! Mama

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