Tag 5 – Von Treis-Karden nach Birresborn

Die Nacht war wieder eher wenig erholsam. Trotzdem standen wir um 7:15 Uhr beim Bäcker um die Ecke und frühstückten erstmal ausgiebig. Frisch gestärkt radelten wir über die Mosel und am rechten Ufer bis nach Cochem. Der mittelalterliche Ort hat wirklich Charme und schöne Gässchen. Auf einem Felsen thront die Reichsburg über dem kleinen Städtchen.

Nach dem ersten Aufstieg

Nach einem weiteren Kaffee machten wir uns an den Aufstieg. Über einige Kilometer schlängelten wir uns Serpentinenstraßen nach oben, stets mit ordentlich Akkuhilfe. Das brachte uns dann auf halben Weg wieder eine kurze Zwangspause ein, um Papas E-Motor abkühlen zu lassen. Oben angekommen kam dann auch das Gefühl „Hey, wir sind in der Eifel!“ auf. Ich muss dazu erklären, dass wir als Kinder zwar regelmäßig in den Ferien bei Oma und Tante waren, ich mit Irene vor 10 Jahren den Eifelsteig gewandert bin, aber gerade in den letzten Jahren die Besuche sehr selten wurden. Trotzdem ist es irgendwie ein Gefühl von Nachhausekommen oder auch Heimat. Die Orte, die Landschaft, die Schilder zu Sehenswürdigkeiten die wir als Kinder mit Oma besucht haben. Die Eifel gefällt mir einfach sehr gut: hügelig, teils schroffe Felsen, Mischwälder und weite Felder.

Eifelimpressionen

Die nächsten Kilometer waren meist leicht bergauf, mal mit kleinen Abs, aber sehr akkulastig. Deswegen planten wir auch schon ein, in Daun nochmal nachzutanken. Nach insgesamt ca. 50 km kamen wir in der beschaulichen Kreisstadt an. Am zentralen Busbahnhof gab es wieder abschließbare Spinde mit Steckdosen, so dass wir die Akkus anstöpseln konnten und zur Mittagspause in einen nahegelegenen Imbiss gingen. Dort saßen wir einen kleinen Schauer aus und dort gab es auch das erste Stubbi. Das sind die kleinen, bauchigen Bitburgerflaschen. Mittlerweile bekommt man die auch im Rest Deutschlands, aber früher war das der Inbegriff der Eifel für mich ?

Ein Stubbi

Nach der Pause mussten wir nochmal ordentlich in die Pedale treten. Es ging ca 200 Meter höher auf 625 m. Von dort folgte die verdiente Abfahrt durch Täler, an Bächlein entlang und durch kühle Wälder. Kilometer nur bergab ist einfach toll! Das nächste Zwischenziel war Gerolstein, der nächstgrößere Ort bei Birresborn. Im dortigen Hagebaumarkt ist der Leiter ein Cousin von Papa, den wollten wir spontan überraschen. Er kam extra für 10 min. aus einem Meeting mit seinen obersten Chefs heraus und freute sich über den Spontanbesuch. Er zeigte uns auch die Hochwasserschäden unweit des Baumarkts.

Auf den restlichen Kilometern mussten wir dann auch ein paar Umleitungen fahren, da der Kylltalradweg mancherorts stark in mitleidenschaft gezogen wurde.

Kurz vor Birresborn mussten wir an einem Quellenhäuschen halten. Früher war dort eine Sprudelfirma, die es aber schon lange nicht mehr gibt. Das Häuschen mit der eisenhaltigen Quelle ist aber eine Kindheitserinnerung, die ich mir natürlich nochmal anschauen wollte.

Hier gibt es eisenhaltiges Quellwasser
Die letzten Meter bis zum Ortseingang

Auf den letzten Metern ließ ich Papa natürlich den Vortritt. Wir besuchten noch das Grab seiner Eltern und fuhren dann den letzten steilen Anstieg zu Tante und Onkel. Nach einer schönen Begrüßung, mehreren Stubbis und vieeel Essen machte ich mich an die Planung für morgen. Etwas geschockt stellten wir fest, dass dir Deutsche Bahn ab morgen bestreikt wird. Ein Nachhausekommen schien unmöglich. Ich verstehe ja grundsätzlich den Sinn eines Arbeitskampfes, aber wenn es einen selber betrifft ist es was anderes. So fuck you, GDL! ?

Papa kommt an
Sie sind Zwillinge
Panoramablick vom Balkon auf den Goldberg

Zum Glück konnten wir einen Kleintransporter One-Way von Trier nach Bayreuth buchen. Also werden wir morgen früh über den Kylltalradweg nach Trier fahren, bis auf einige Stellen mit Umleitungen scheint er befahrbar zu sein. Dort dann mit dem Trapo auf die Autobahn, vermutlich gegen 19 Uhr in Höchstädt sein, dann den Wagen noch nach Bayreuth bringen und mit dem eigenen Auto zurück. Wird ein langer Tag….

Heute waren es dann nur 80 km, wenn auch mehr Anstieg als sonst. Da es morgen nochmal ca. 65 km nach Trier werden, schreibe ich ein Fazit oder Resümee zu unserer Reise dann erst morgen.

Die heutige Strecke
Das heutige Profil

Bis morgen

Stephan, der sich seine zarten Beinchen leicht einseitig in der Sonne verbrannt hat. ?

4 Gedanken zu „Tag 5 – Von Treis-Karden nach Birresborn&8220;

  1. Hi Stephan,
    ich habe euch auch wieder begleitet, dieses Mal war es nicht so mühsam für mich, da ich ja auch ständig auf dem Rad sitze, und zu Fuß, na du weißt ja. ?
    Ich brauche für die Strecke, die ihr an einem Tag hinter euch gebracht habt, etwas länger.?
    Super, dass du mit deinem Vater noch so eine anspruchsvolle tolle Tour machen kannst.
    LG von der dauergewellten…..

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