Vom Snoqualmie Pass nach Leavenworth 

Nach unserem Verwandtschaftsbesuch in Seattle und den notwendigen Einkäufen, ging es am Sonntagvormittag wieder zurück auf den Trail. Jeff war so nett uns die 50 Meilen zum Trailhead zu fahren und begleitete uns sogar mit seinem Hund Stryker die ersten 5 Meilen.

Kajakfahren vor der Skyline von Seattle. Cool, was?
Mit Jeff und Stryker nach 5 Meilen am sogenannten Catwalk

Es ging direkt über 3 h bergauf. Wie an den meisten populären Trailheads waren viele Dayhiker unterwegs, genauso wie Sectionhiker – das anstehende Stück vom Snoqualmie-Pass zum Stevens-Pass ist sehr beliebt.
Endlich hat es auch mal geregnet. Der ganze pazifische Nordwesten hatte 50 Tage keinen Regen mehr – wieder ein Rekord. Wir sind dabei glimpflich davongekommen. Nur etwas Nieselregen über eine Stunde und danach tieffliegende Wolken über den Pässen.

Tiefhängende Wolken und Flecken mit Sonne

Washington ist echt hart: es geht jeden Tag 700 – 1000 m hoch und danach wieder runter. Der Trail ist oft steinig, so dass man nur langsam voran kommt. Nach 14 Meilen schlugen wir erschöpft das Lager auf, zum ersten mal seit vielen Wochen sicherheitshalber mit Regencover.

Seltener Anblick – Zelt mit Regencover

Nach einer ziemlich kühlen Nacht zeigte sich der Himmel wieder blau und nahezu wolkenlos, der Regen vom Vortag hatte den Dunst weggewaschen. Während wir frühstückten, kam die Sonne hinter dem Bergmassiv hervor und wir erblickten Bergketten hintereinander aufgereiht – endlich Fernsicht!

Die Kaskadenkette ist atemberaubend

Der Weg führte uns die ersten Meilen bergab auf engem, steinigen Pfad. Einige umgestürzte Bäume behinderten uns ein bisschen, und an manchen Stellen war der Trail leicht ausgewaschen, so dass wir aufpassen mussten, nicht abzurutschen. Nach ca. 700 Höhenmetern bergab begann dann direkt der nächste Anstieg – auf teilweise fast schon zugewuchertem Weg ging es nun wieder 1000 Höhenmeter nach oben. Einen als schwierig zu überquerenden geltenden Fluss meisterten wir mithilfe eines Baumstamms wenige Meter flussabwärts mühelos und trockenen Fußes. 
Der Anstieg zog sich über etliche Kilometer. Oben angekommen bot sich eine grandiose Rundumfernsicht, und ein wunderschöner kleiner Bergsee vervollständigte das Panorama. Schon ging es wieder hinunter – Meile um Meile bergab.

Könnte auch in den Alpen sein…

Am Abend erreichten wir einen Fluss und schlugen unser Zelt auf. Washingtons Berge sind wunderschön, allerdings ist das Wandern hier durch die ständigen Auf und Abs über viele Höhenmeter sehr anstrengend. 

Auch an den nächsten Tagen ging es so weiter, lange und teils sehr steile An- und Abstiege bei klarem Himmel und meist angenehmen Temperaturen.

Auch wenn sich grössere Tiere uns bisher kaum zeigten, erfreuten wir uns wieder an vielen Sichtungen. Vor allem Streifen- und Eichhörnchen sieht man alle paar Meter. In Steinfeldern auch oft Murmeltiere.

Am letzten Tag hatten wir nur noch wenige Meilen bis zum Stevens Pass, wo wir auf den Highway Nr. 2 trafen. Zum Duschen, Essen und Auffüllen der Vorräte trampten wir in die Kleinstadt Leavenworth. Diese Stadt ist unser vorletzter Stop, bevor wir die Grenze nach Kanada überqueren. 
Leavenworth, einst eine Stadt, die von Bergbau und Holzwirtschaft lebte, drohte zur verlassenen Geisterstadt zu werden, als beide Wirtschaftsfaktoren wegbrachen. In den 60er Jahren entschloss sich die Stadt, ihre geografische Lage zu nutzen und verwandelte ihr Antlitz in ein bayerisches Alpendorf – umgeben von den malerischen Bergen der Kaskaden. Etwas kitschig und übertrieben mag es auf deutsche Augen wirken, aber sie haben sich wirklich viel Mühe gegeben ein alpenländisches Flair zu erschaffen. Witzig sind u.a. auch die großen Ketten wie Starbucks und McDonalds, die hier ihre weltweit gleichen Logos und Schriftzüge angepasst haben. 

„Ohne Essen und Liebe ist das Leben trübe“ – wie wahr!
Ein bayerischer Mongolengrill – mal was Neues
Der örtliche Outdoorladen
Alpenländischer McDonalds
Auch Starbucks hat sich angepasst
Ganz klasse!

12 Gedanken zu „Vom Snoqualmie Pass nach Leavenworth &8220;

  1. Ihr zieht das richtig durch. Mir tun schon die Füße beim lesen weh. ?
    Frage mich langsam ob es euch in Deutschland wieder gefallen wird. Wird sicher eine mords Umstellung. Alles kleiner , enger und sowieso anders.
    Wünsche euch alles gute und freue mich auf Kanada ?? ?

  2. Sehr cool! Leavenworth wollte ich schon immer mal sehen, seit Kirk damals fürs Oktoberfest dort Trachtenklamotten besorgte. Also extra großes Dankeschön für diese Bilder.

    Viel Erfolg mit den letzten beiden Etappen auf dem Weg nach Kanada!

  3. Hi ihr zwei das Bayeriche hat schon ihrgend was aber sowas macht auch Heimweh aber ihr habt es ja bald geschafft 😉 bin gespannt auf Kanada und die Berge schafft ihr schon,Mein Chefe hat mal gesagt Es wird Gebuckelt bis die Schwarte Knackt 🙂 Gilt aber nicht für euch.Also Aufpassen und Gesund u.Fit Bleiben.Gr rainer. 😉

  4. Ihr Lieben! Heute habe ich mit Genuss Eure letzten beiden Blogs genossen, denn ich war wieder für eine Woche in Oberstorf, was wieder sehr schön war. Johannes Pieck läßt grüßen; er war von Eurer Reise sehr beeindruckt! Hoffentlich bleibt es bei Euch weiter so schön und Ihr könnt alles bei bester Gesundheit genießen! Vielen Dank für Eure schönen Berichte und Bilder und ganz liebe Grüße! Mama

  5. wieder sehr beeindruckende Bilder und ein schöner Etappenbericht 😉 vielen dank dafür und weiterhin alles gute, passt auf euch auf 😉 lg

  6. Wirklich tolle Landschaften und interessante Berichte! Dass Eure Kniee das ganze auf und ab so gut tolerieren, naja, aber Ihr seid ja noch jung, dynamisch und vor allem mittlerweile durchtrainiert ? !
    Weiterhin Alles Gute! wünscht Euch die P…!

  7. ….was für eine anspruchsvolle aber tolle Reise und Auszeit. Bin zufällig auf eure Seite gekommen, macht Spaß zu sehen wie man die Natur als Paar genießen kann….noch ganz viele tolle Erlebnisse und eine gute Zeit…
    …wünscht vegemite, die selbst total gerne und viel reist!

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